Wie bleiben Medienhäuser mit ihren Medienprojekten für Schulen sichtbar und relevant? Die Main-Post hat mit ihrem Klasse!-Projekt neue Wege entwickelt, um den Kontakt zu Schulen wieder zu intensivieren – durch persönliche Begegnungen, niedrigschwellige Angebote und Formate, die junge Menschen auch direkt ins Medienhaus bringen.
Das Team des Main-Post-Medienprojekts hat sich gefragt, wie es gelingt, wieder mehr Nähe zu Lehrkräften und jungen Menschen aufzubauen? Und welche Formate heute unter den veränderten Rahmenbedingungen funktionieren? Denn persönliche Begegnungen, die noch vor ein paar Jahren viele medienpädagogische Projekte der Medienhäuser in Schulen getragen haben – Redaktionsbesuche, Journalist*innen in den Klassenzimmern und der direkte Austausch mit Lehrkräften – sind abgeschafft worden. Dauerhaft tragfähige digitale Alternativen sind nach der Corona-Pandemie unter dem wirtschaftlichen Druck in der Branche nicht entstanden.
Beim Klasse!-Projekt der Main-Post gibt es Medienexperten im Unterricht und Erfahrungen mit Schulbesuchen zum Tag des Lokaljournalismus. Außerdem hat das Team positive Rückmeldungen auf einen Lehrer-Netzwerk-Tag erhalten und plant dauerhaft eine digitale Schnitzeljagd für Kinder und Jugendliche.
Medienexperten im Unterricht
Mit den Medienexperten im Unterricht hatte die Main-Post die klassischen Schulbesuche bereits im Schuljahr 2024/25 neu aufgesetzt. Zentral organisiert über das Klasse!-Team gingen Redakteur*innen aus den Lokalredaktionen auf Nachfrage in Schulklassen. Sie erhielten dafür ein Onboarding, Präsentationen und Unterrichtsabläufe. (Mehr dazu hier im jule-Blog.)
Die Erkenntnis nach einem Jahr lautet: Die Besuche werden gut angenommen, aber es genügt auch, wenn die Redakteur*innen einfach von ihrem Arbeitsalltag erzählen. Das nahm den Druck und erleichterte den Kolleg*innen die Vorbereitung.
Übrigens: Schulbesuche an einem festen Aktionstag kommen bei Schulen gut an, wie der Tag des Lokaljournalismus (5.5.2026) gezeigt hat.
Tag des Lokaljournalismus
Den Aktionstag hatte das Klasse!-Team genutzt, um gezielt Schulklassen zu besuchen. Die Erkenntnis nach diesem Tag lautet: Ein konkretes Datum und ein Anlass lässt die Anmeldezahlen von Schulen in die Höhe schnellen.
Die Redakteur*innen besuchten die Schülerinnen und Schüler und hatten ein Arbeitsblatt mit Fakten zum Lokaljournalismus dabei, anhand dessen sich Gespräche entwickelten.
Lehrer-Netzwerk-Tag
Lehrkräfte schätzen es auch, selbst einen Einblick ins Medienhaus zu erhalten. Das hat die Main-Post erfahren, als sie Lehrkräfte eingeladen hat, die in den Schulen für die Medienkompetenz verantwortlich sind. Die Lehrerinnen und Lehrer erhielten einen Einblick in die Redaktion und wurden über das Schulprojekt informiert. Ein Impulsvortrag zum Thema KI in Redaktionen und zur Investigativ-Recherche intensivierte den Austausch.
Digitale Schnitzeljagd
Zum Maus-Türöffner-Tag hat die Main-Post eine digitale Schnitzeljagd durchs Medienhaus ausprobiert und die teilnehmenden Kinder waren begeistert. (Mehr dazu hier im jule-Blog.) Dieses Angebot soll nun verstetigt werden. Damit will sich die Main-Post öffnen und zeigen, wie (digital) in der Redaktion gearbeitet wird. Es sollen vor allem Kinder im Grundschulalter angesprochen werden, die bereits lesen können. Perspektivisch kann das Angebot (dann in angepasster Form) auch von Erwachsenen, von Vereinen oder fürs Teambuilding genutzt werden.
All diese Bausteine zeigt Susanne Salkic, Projektleitung KLASSE! – Alles über Medien bei der Main-Post, in einer Präsentation bei der jule-Tagung Digital Shift der Schulprojekte 2026: Mehr Nähe, weniger Hürden: Medienbildung, die ankommt, beim Klasse!-Projekt der Main-Post
Kontakt: susanne.salkic@mainpost.de




